Ilima's Bericht  
 
Hawaii-Reise Sommer 2004

Dieses war meine typische "Hawaii-Haltung": Mehrmals am Tag stand ich staunend vor einer Blume oder einem blühenden Baum oder Strauch, betrachtete die Blüte eingehend und atmete ihren betörenden lieblichen Duft ein!

  Gern hob ich eine heruntergefallene Blüte vom Plumeria- Baum auf und steckte sie mir ins Haar, damit ich den Blütenduft noch einige Stunden genießen konnte. Manchmal wünschte ich mir, mich mit noch mehr Blüten zu schmücken.
  Vielleicht haben Hawaiianerinnen in vergangenen Zeiten aus einem ähnlichen Gefühl heraus die schönen duftenden Blumenkränze, die sog. "leis" erfunden. Der lei wird in hawaiianischen Liedern gern besungen und im Hulatanz ist das Umlegen eines leis um den Hals eine schöne, ausdrucksvolle Geste.




  Meine andere typische "Hawaii-Haltung" würde ich als Schwimm- und Schnorchelbewegung definieren. Die riesigen Wellen an hawaiianischen Stränden sind weltweit berühmt und von Surfern sehr begehrt. Ich jedoch favorisierte die etwas harmlosere Variante und genoss die Entspannung im Wasser. Aufregend genug war es an manchen Stränden schon, überhaupt durch die Brandung zu kommen ohne umgerissen zu werden.
  Hatte ich diese Hürde erfolgreich bewältigt, wurde ich beim Schnorcheln mit dem Anblick einer faszinierenden Unterwasserwelt belohnt. Knallbunte große und kleine Fische schwammen um mich herum, sie schienen überhaupt keine Angst zu haben.
  Am Strand von Punalu'u auf Big Island sah ich zu meiner großen Überraschung und Freude eine riesige Meeresschildkröte in einem Meter Entfernung ganz lässig an mir vorbeischwimmen! Genau in dieser Bucht hat nach der hawaiianischen Mythologie die Meeresschildkröte "Kauila" gelebt. Diese hatte die Fähigkeit, sich in ein menschliches Wesen zu verwandeln, um mit den Kindern am Strand zu spielen und auf sie acht zu geben.

  Kauila wird seitdem von den Menschen dieses Gebiets als Beschützerin ihrer Kinder geliebt und verehrt.
  Besondere Begegnungen
Als meine Freundin Brigitte und ich nach zwei Tagen Aufenthalt auf Big Island endlich unser Leihauto erhielten, machten wir einen Ausflug in Richtung Südküste. Hinter Hilo war die Straße noch 4-spurig, später wurde sie 2-spurig und schmal und plötzlich endete die Straße abrupt (bzw. teilte sich nach links und rechts) und vor uns sahen wir ein riesiges graues Lavafeld.
  Wir hatten zwar schon über Lava gelesen, doch so unerwartet vor Kilometern dieses mysteriösen Materials zu stehen, war irgendwie unheimlich und ein krasser Gegensatz zu der üppigen Vegetation. Wir bekamen eine Ahnung von der gewaltigen Zerstörungskraft Peles *. Wir fuhren rechts am Lavafeld entlang und kamen nach Kalapana.

  Es wurde bereits dämmerig und der Ort erschien zuerst wie ausgestorben. Ein Mann mittleren Alters- ein Palästinenser, wie sich später herausstellte-, stand hinter einer Art Theke und lud uns ein, mit ihm Kava zu trinken. Wir setzten uns auf die Barhocker und tranken schluckweise aus der mit Kava gefüllten Holzschale.

  Die Flüssigkeit schmeckte leicht erdig bis bitter, nachdem noch Kokosmilch hinzugefügt wurde, war der Geschmack angenehmer. Nach und nach gesellten sich noch einige Leute dazu, ein Mann aus Tonga sang für uns zur Gitarre Lieder aus der Südsee, ein junger Tourist aus Holland trommelte spontan auf seiner Trommel dazu, es war eine wundervolle Stimmung.
  Später tanzte eine Frau aus Kalifornien zum Rhythmus der Trommel Bauchtanz und als es dunkel war, zeigte eine junge Frau aus Boston ihr Können als Feuertänzerin. Sie schwang brennende Gefäße an dünnen Metallketten in gleichmäßigen Bewegungen um ihren Körper herum, es sah toll aus! Es entstanden interessante Gespräche und am Ende des Abends wurde mir deutlich: Hawaii ist international, Hawaii ist Treffpunkt vieler Kulturen.
  Einige Tage später wurde ich erneut daran erinnert. Auf einer Hochebene mitten im Waimea Canyon hörten Brigitte und ich laute und fetzige Trommelrhythmen. Neugierig näherten wir uns den Trommlern und erfuhren, dass sie aus Tahiti stammten und für ein Tanz-und Musikfestival auf Hawaii waren.

  Einige Trommler hatten eindrucksvolle Tätowierungen am Körper und einen Walknochen am Band um den Hals hängen. Statt wie geplant zu wandern, verbrachten wir den Nachmittag mit Tanzen zu Klängen aus Tahiti.
  Am vorletzten Tag des Urlaubs hatte ich das Glück an einer Unterrichtsstunde im Hula bei Merle Jones im Healing Center in Kapaa teilnehmen zu können. Anstelle von CD-Musik wurde das Lied, zudem getanzt wurde, von Merle vorgesungen. Die Tanzschritte und Armbewegungen glückten mir auf Anhieb und mein Körper fühlte sich leicht und locker an.
  So ein gutes Körpergefühl stellt sich anscheinend nach vier Wochen auf Hawaii unter Sonne und Palmen ganz von selbst ein. Wunderbar, es erlebt zu haben!